From the culture of Sucre to the mines of Potosi
Wir haben die schöne Stadt Sucre verlassen und fuhren nach Potosi. In Sucre haben wir leider nicht genug Zeit verbracht aber seit dem wir mitte April einen Flug von Buenos Aires haben, können wir nicht mehr so Rumschlendern wie wir es bisjetzt gemacht haben. Sucre war bestimmt einer der schönsten Städte die wir in ganz Südamerika besichtigt haben und die einzige in der wir ein bisschen Kultur erleben durften. Das war aber vielleicht auch kein Zufall, da gerade 200 Jahre unabhängiges Sucre gefeiert wurden. Wir haben per Zufall an einem Piano Konzert Teil nehmen können das von einer Opern Singerin begleitet wurde. Dazu gab es noch ein paar Reden und eine Slideshow mit Fotos. Wirt konnten uns aber nicht beschweren, da das Konzert umsonst war und es danach sogar noch gratis Wein gab. Yuhu, Zivilisation! Ansonsten haben wir uns noch ein paar Museen und die besondere koloniale Architektur von Sucre bestaunt. Die Museen waren beide toll.
In dem einen Stadtmuseum gab es gerade eine temporäre Ausstellung von Masken zu sehen. Die Masken waren faszinierend und waren ähnlich zu denen die man im Völkerkunde Museum bestaunen kann.
Das zweite Museum war ein privates Museum das die lokalen Webereien ausstellte. Es war sehr interessant mehr über die Webereien zu lernen und sogar eine Demonstration bekommen. Die besten Decken brauchen drei Monate Arbeit und das ist wenn die Weber konstant an dem Stück arbeiten. Oft haben sie aber auch noch einen Haushalt und Kinder um die sie sich kümmern müssen und sie brauchen viel länger.
Am Sonntag sind wir nach Tarabuco gefahren um uns dort den Mark anzuschauen. Es war ganz nett aber nichts besonderes von vielen anderen Märkten die wir auf unserer reise gesehen haben. Viele Besucher haben ihre lokalen Trachten getragen und das war sehr bunt und interessant aber ansonsten wurden die gleichen Artikel verkauft die man sonst auch überall auf den Märkten finden kann.
Von Sucre sind wir nach Potosi gefahren. Ein sehr starker Kontrast zu dem reichen Sucre. Potosi ist eine Stadt die vom Bergbau lebt. Seit den 1500 Jahrhundert wird in Potosi Silber und andere Metalle abgebaut. Heute ist nur noch wenig Silber zu finden und Bergarbeiter müssen sich mit weniger wertvollen Metallen zufrieden geben. Die Arbeitskonditionen sind harsch und die Lebenserwartung eines Bergarbeiters ist nicht höher als 45 zu 50 Jahren. So gut wie alle, haben Lungenerkrankungen und sterben früher oder später an Silikose. Die Mienen sind voll von Sulfur, Arsenik, Asbest und anderen schrecklichen Chemikalien die die Bergarbeiter täglich in ihren 12-24 Stunden Schichten einatmen und dazu kommt noch der Staub der durch die Explosionen schwer zu umgehen ist.
Hier angekommen haben wir eine Tour der Minen gemacht. Die Tour wurde von ehemaligen Bergbauarbeitern geleitet. Bevor es zu den Mienen geht wurden wir erst zum Markt gebracht wo die Arbeiter vor ihrer Schicht hingehen um Dynamit, Coca Blätter, Alkohol und Zigaretten zu kaufen. Das Leben ist hart hier und die Arbeiter glauben an Gott solange sie Außerhalb der Mienen sind. In den Mienen kann sie sogar Gott nicht mehr beschützen, unter der erde glauben sie das sie in der Hand vom “Tio” dem Onkel (oder dem Teufel) sind und darum geben sie ihm Regelmassig Opfergaben um ihn bei guter Laune zu behalten.
In jeder Miene gibt es mindestens einen Tio der aus Stein und Teracotta gebaut wurde, manche stammen sogar noch aus der kolonial Zeit. Die Opfergaben sind die typischen, Alkohol, Coca und Zigaretten. Nach dem Karneval im Februar werden Lama geopfert um den Blutdurst des Teufels zu sättigen, so das er nicht das Blut der Bergarbeiter nimmt.
In Sucre haben wir den Film “The Devild Miner” gesehen, der über einen Jungen namens Basilio berichtet hat, der 14 Jährige Junge arbeitet seit 4 Jahren in den Mienen weil er für seine Familie sogen musste. Sein Vater ist gestorben und er muss nicht nur für seinen kleinen Bruder und Schwerster sorgen sonder auch für seine Mutter. Der Film hat uns viel über die Mienen und die Menschen die dort arbeiten müssen gelernt und das es für viele Leute, wie zum Beispiel Basilio einfach keinen anderen Ausweg gibt.
In den Mienen des Cerro Rico Berges arbeiten heutzutage 4000 bis 5000 Menschen. Noch vor zwei Jahren lag sie Zahl bei etwa 14.000. Seit den sind die Metall Preise aber drastisch gesunken und für viele Arbeiter war es einfach nicht mehr profitable genug um ihre Familie zu ernähren. Es arbeiten auch viel Kinder in den Mienen, dieses ist zwar offiziell nicht erlaubt, es gibt aber auch keine Kontrolle und oft sind die Kinder die einzigen Brotverdienter der Familie und die anderen Mitglieder der Familie verlassen sich auf das Einkommen der Kinder.
Wir haben dir Candelarie Miene besucht. Viele der Mienen sind Kooperative Mienen die von den Bergarbeitern besitzt werden, obwohl es aber auch viele private Minen gibt. Bevor wir in den Stollen gegangen sind haben wir auf dem Markt Dynamit gekauft. Ja, das ist richtig, man kann hier einfach so auf dem Markt Dynamit kaufen, sogar Kinder können kaufen was sie wollen. Wir haben das Dynamit hauptsächlich als Geschenke für die Bergarbeiter gekauft, da die das Dynamit von ihren Einkünften zahlen müssen und oft noch nicht mal genug Geld haben um Coca am Morgen zu kaufen.
Dann ging es ab in die Mienen und ich kann euch sagen das es nicht zu einem Stollen in Europa zu vergleichen ist. Die Schächte sind klein und an vielen Stellen muss man sogar auf seinem Händen und Knien kriechen um durch die Tunnel zu kriechen. In den Mienen kann man dann regelmäßig Explosionen hören und fühlen und das ist ziemlich angsteinjagend. Wir haben aber erst den Tio besucht und ihm Zigaretten gegeben um ums nicht lebendig zu essen. Viele Bergarbeiter sterben aber doch jährlich durch Unfälle. In den Schächten haben wir Bergarbeiter getroffen die hart am Arbeiten waren. Darunter auch Nelson, ein dreizehn Jähriger Junge der schon seit vier Jahren mit seinem Vater in den Mienen arbeitet.
Die Tour war ziemlich anstrengend, alleine schon das Atmen viel uns schwer. Wir sind aber nur zu besucht gewesen und müssen hier nicht jeden Tag für den Rest unseres Leben arbeiten. Ich weiss wirklich nicht wie die Bergarbeiter es machen können und alles was sie am ende ihres harten Lebens erwarten können ist ein früher Tod.


















… Dynamit hauptsächlich als Geschenke …
what do you do with the rest ??
… thanks for sharing … always amazed …
… almost can’t find words …
all the best
take care
herzlichst
Su
Comment made on March 29, 2009 @ 3:35 am